Interview mit Conrad Wüller (Ressortleiter Personal)

Bevor man bei INTEGRA aufgenommen wird, gilt es ein Auswahlverfahren zu bestehen. Conrad Wüller, BWL-Student (Bachelor) im 4. Semester, leitet seit Juli 2011 das Ressort Personal. Dabei liegt die eigene Bewerbung des 21-jährigen noch nicht allzu lang zurück.

 

Conrad, seit wann bist du Mitglied bei INTEGRA?

Ich selbst bin im Februar 2011 bei INTEGRA aufgenommen worden.

Wie hat du deine eigene Bewerbung in Erinnerung?

Ich war sehr aufgeregt, vor allem während des Bewerbungsgesprächs, sodass ich viele Standardantworten gab. Zum Zeitpunkt meiner Bewerbung war ich erst im zweiten Semester und konnte kaum praktische Erfahrung nachweisen, schon gar nicht auf dem Gebiet der Unternehmensberatung. Am Schluss hat‘s dann aber doch gepasst.

Heute leitest du das Ressort Personal und bist damit auch für das Auswahlverfahren verantwortlich. Warum gibt es ein solches überhaupt bei einer studentischen Initiative wie INTEGRA?

Nun, INTEGRA ist ein kleiner Verein aus dem Jahre 1990. Schon damals stand fest, dass die Projektarbeit der Vereinsmitglieder im Vordergrund stehen soll. Heute beraten wir in externen Projekten viele Mittelständer, aber auch Unternehmen wie die Deutsche Bahn, BMW oder die Deutsche Bank. INTEGRA arbeitet dabei mit einer gewissen Professionalität und diese gilt es auch zukünftig zu erhalten. Die erste Möglichkeit der Qualitätssicherung ist die Auswahl unserer Vereinsmitglieder. Doch wer das erste Auswahlverfahren bestanden hat, ist längst noch kein Mitglied. Bevor man als ordentliches Mitglied in den eingetragenen Verein aufgenommen wird, gilt es sich ein Semester lang als sogenannter Anwärter unter Beweis zu stellen.

Warum gibt es bei INTEGRA diese Unterscheidung?

Das Anwärtersemester stellt eine Art Probephase dar, in der wir unseren Anwärtern viele Schulungen anbieten. Einige dieser Schulungen sind verpflichtend und bereiten sie ideal auf ihr internes Projekt vor. Der erfolgreiche Abschluss des internen Projekts nimmt für uns einen hohen Stellenwert ein, ist er doch wichtiger Bestandteil unserer Qualitätssicherung: Wir lassen studentische Berater nur dann für externe Kunden arbeiten, wenn sie ihre Fähigkeiten zuvor unter Beweis gestellt haben.

Was muss ein Bewerber denn mitbringen, um bei INTEGRA als Anwärter aufgenommen zu werden?

Natürlich sind erste Vorkenntnisse, zum Beispiel durch Praktika, ein großer Vorteil, mit Sicherheit aber kein Muss. Auch ein wenig Studienerfahrung ist hilfreich, um beispielsweise die eigenen zeitlichen Reserven besser einschätzen zu können. Vor allem zählt für uns aber eins: der Wunsch nach Beratungs- und Projektarbeit.

Im Wintersemester 2011 hast du zusammen mit dem Vorstand aus über 80 Bewerbern mehr als zwanzig neue Anwärter ausgewählt. 50 Bewerber wurden dazu zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Auf was achtest du bei diesen Gesprächen besonders?

Jeder, der von uns zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird, hat zehn Minuten Zeit, sich uns vorzustellen. Dabei muss er uns vor allem als Mensch überzeugen. Alle Bewerber sind unterschiedlich, doch fällt auf, dass geschätzt 80% der Bewerber versuchen, ihre Schwächen insgeheim als Stärken zu präsentieren. Im Schnitt sind die Erstsemester etwas nervöser, als ihre studienerfahreneren Mitstreiter. Auch ich lerne heute noch aus den Gesprächen, mich beispielsweise besser zu profilieren, indem ich in eigenen Bewerbungsgesprächen weniger Standardargumente verwende.

Insgesamt scheint der Auswahlprozess für beide Seiten sehr aufwendig und auch kompliziert. Denkst du, dass die Auswahl dennoch für alle Beteiligten transparent bleibt?

Ja, sowohl nach innen, als auch nach außen. So hat jedes INTEGRA-Mitglied nach dem Informationsabend die Möglichkeit, seine persönliche Meinung über potentielle Bewerber mitzuteilen. Auch bieten wir Teilnehmern des Bewerbungsgesprächs, die wir nicht aufnehmen konnten, ein ausführliches und konstruktives Feedback an.